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G E R D s

E L E V E N T Y

S E E W I N D

Der verwunschene See im Walde

für Milan

Jeder Seegang - oder besser: Tauchgang - bedarf (wie im gewohnt Naturalistischen auch) entsprechender Konstitution, Vorbereitung und Ausrüstung. Von der Kirche kenne ich den Begriff der „geistigen Zurüstung“, welche ich hier jedoch nicht bloß intellektuell, sondern auch seelisch … einer Seelen Sorge dienlich … verstehe. So nähere ich mich dem See erst, wenn ich hierzu in der Lage bin.

In der Eurythmie ist mir dies ansatzweise in der Umsetzung dramatischer Texte begegnet, und bei einer Abschluss-Aufführung ist eine Studentin aus Ungarn auch hingefallen … es ist so intensiv gewesen … Doch die Herzlichkeit dieser Gruppe aus Budapest, welche ich gerne mit Harald besucht hätte, und ihrer leitenden Mentorin, hat ihr ein Aufstehen und einfach ihr Weitermachen gestattet. Niemand ist blamiert worden, keine Peinlichkeit, und im just erwachsenden „Garten der Herzen“ hat sie einfach weitermachen können … Auch ich bin zweimal mit wem zusammengestoßen … eine physische Quart im Augenblick erlebt … aber dann gemeinsam weitergeströmt … einmal humorvoll im Abgang, einmal bloß weniger Applaus ...

Kurz: Ein Tauchgang wird mindestens zu zweit durchgeführt, und es braucht eine Gemeinschaft, in und aus welcher derartige Expeditionen durchgeführt werden (können) … Wirkungsort Gemeinde.

 

Aus der „geistigen Zurüstung“ bringe ich die Geisteswissenschaft in übender Weise mit.

Für mich im Bilde suche ich als Skorpion die Unterwasser Höhlen auf, habe jedoch den Adler in mir, welcher mir meine Beweglichkeit im See gestattet, und dass sich im Diakonischen und im Laufe der Zeit die trüben Gewässer klären und sich uns geheime Pforten öffnen … die zwei Elixiere für den Charakter des See.

Ein Beispiel: Es ist ja eigentlich überhaupt nicht kompliziert und (mir) einleuchtend, in den Betrachtungen, Überlegungen und in der Seelsorge den Menschen als Solchen wahrzunehmen und zu berücksichtigen.
Viel zu oft wird die Person nur auf ihre Attribute, Funktionen und Rollen reduziert … So aus meinem Studium einst: „Vergesst den Menschen nicht“.

Es klingt ja vielleicht einfältig, aber die beste Sicherheit erwächst aus der geläuterten Moral jener Person selbst, worin sie z.B. kriminelles Verhalten unterlässt, oder gar nicht erst ausführt. Das mag ja kindlich-naiv und meinem Wickie angesichts der starken Männer eingefallen sein … Aber es ist ein Tatbestand, und das Sach-Verhalten interessiert sich nicht für meine Sym- oder Antipathie, oder was ich davon halte … Das ist eben Realität.

Ob ich nun den Menschen als (ver-)wandlungs- und lernfähig einschätze … L … oder diesen aus beliebigen Gründen fallen gelassen habe, entscheidet, ob mir die Gewaltfreiheit eine realistische Option für mein Handeln geworden, oder als Illusion dahergekommen, ist. Egal, wie dramatisch bis übertrieben so manche „sozialen“ Medien über Dies und Jenes erzählen. Hier geht es mir jedoch weniger darum, aufzuzeigen, welche Probleme oder Chancen aus verschiedene Sichtweisen resultieren (denn dies habe ich bereits an anderen Stellen getan), sondern um das Verstehen … um die Vermittelung aus Verständnis.

Werden (im Bilde) die zwei Elixiere entwickelt und angewendet, mag es zu unerwarteten Erkenntnissen kommen, gleich wie Bernhard aus Floridsdorf in einer Predigt „Lösungen, statt den Sieg“ erwähnt hat.
Wie etwa die Wiedererlangung der eigenen Ursprünge und Kultur … ? Die Frische der Bergluft und der gewonnene Überblick eröffnen andere Möglichkeiten, und mitunter geht der einen oder anderen ein Licht auf …

Doch das Weitere im See Schritt für Schritt …

 

Soweit (m)eine „Tag-Sicht“, worin ich die Geisteswissenschaft in übender Weise mitbringe und sich die trüben Gewässer klären.

Glücklicherweise befinde ich mich auch in einer Gemeinschaft der Freunde im Glauben, oder hier besser: im Vertrauen einerseits und in einer Gewissheit, dass „Gott mich sieht“, mich kennt und weiß wer ich bin und brauche, andererseits … Schon bevor ich verbal bete, weiß Er, wofür ich bitte …

Das ist (mir) überhaupt kein Widerspruch zu (m)einer „Tag-Sicht“, sondern ergänzt diese durch die „Nacht-Sicht“ eines verborgenen Wachstums.
Denn der Herr gibt es den Seinen wirklich im Schlaf. Da ereignen sich Prozesse, welche vom analytisch-reflektierenden Tag-Bewusstein gestört werden würden.

Musikalisch entspricht (mir) der Tag den Kürzen der Wissenschaft mit der zupackenden Praxis, und die Nacht den Längen des stillen verborgenen Wachstums, worin sich so manche geheime Pforten zu öffnen vermögen, welche zur gegebenen Zeit, zur passenden Stimmung und Atmosphäre ans Tageslicht gelangen *).

Mein Freund Thomas aus Kobersdorf würde dies vielleicht als einen Rhythmus meiner Lebensmelodie, meines Liedes, bezeichnen ...

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*) eine umfangreichere Geschichte, worin aus dem See ein Nöck (Wassermann) aufsteigt und so Manches in Bewegung und dadurch ins Werden bringt, findet sich
gezeichet und erzählt im „Werdegang“.
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